Kostenfreies Roaming im EU Ausland

Kostenfreies Roaming im EU Ausland

Beim Wegfall von Roaminggebühren befürchten Experten einen erheblichen Gebührenanstieg.

Im Oktober 2015 hat das EU-Parlament in Brüssel den Weg zur Abschaffung der Roaming-Gebühren freigemacht. Ab Juni 2017 dürfen Mobilfunkanbieter innerhalb der EU keine Aufschläge mehr für Telefonate, SMS oder Datenpakete außerhalb des Heimnetzes ihrer Kunden verlangen.

Eine Expertenkommission der Bundesregierung und des Bundestages fürchtet deshalb jedoch, dass der Wegfall der Roaming-Gebühren nicht nur positive Auswirkungen haben werde. Die aus fünf Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern zusammengesetzte Monopolkommission hat nun die Aufgabe, die Bundesregierung und die Abgeordneten bei Fachfragen zu den Themen Wettbewerbsrecht und Regulierung unabhängig zu beraten.  Die Regulierung der Gebühren für Verbindungen ins Ausland zum Schutz der Verbraucher vor überhöhten Preisen sei generell begrüßenswert. Allerdings sehe sie deren Abschaffung kritisch, teilte die Kommission mit.

Die Kommission warnte vor allem vor Preiserhöhungen der Telefonieanbieter bei Inlandstelefonaten. Bei einer Absenkung der Gebühren auf Null könnten die Telefonieanbieter die durch das Roaming entstandenen Kosten nicht mehr decken. Deshalb erwarte man unerwünschte Auswirkungen auf die Inlandspreise.

Pläne der EU zur Netzneutralität werden positiv bewertet

Die Kommission befürwortet die Pläne der EU zur Netzneutralität. So würde man langfristig Anreize für Telekommunikationsfirmen zum Ausbau von Infrastrukturen schaffen.

EU-Parlament, EU-Kommission und EU-Rat hatten sich auf eine neue Verordnung verständigt. Demnach soll der Grundsatz der Gleichbehandlung sämtlicher Datenströme im Internet zwar prinzipiell erhalten bleiben. Zugleich soll man aber künftig Ausnahmen für “Spezialdienste” gestatten können. Damit möchte man den Netzbetreibern die Möglichkeit eröffnen, für bestimmte Dienstleistungen “Überholspuren” einzurichten. Diese erlauben gegen Aufpreis etwa besonders schnelle oder stabile Verbindungen.

Die Monopolkommission verwies auf folgendes Problem: Unter den aktuellen Wettbewerbsbedingungen müssen mehr Investitionen in immer leistungsfähigere Datennetzwerke gesichert werden. Mit Blick auf die sich verändernde Wertschöpfung an den Telekommunikationsmärkten stelle sich aber folgende Frage: Verfügen die klassischen Telekommunikationsunternehmen auch zukünftig noch über ausreichend Anreize, die es erlauben, in den Ausbau von Infrastrukturen zu investieren.”